Neuköllner Oper feiert Zigeunerhochzeit

Zigeunerhochzeit im multikulturellen Neukölln! „Aleko-Die Zigeunerhochzeit" ist eine Oper in einem Akt von Sergej Rachmaninow, seine erste Oper, und wird in diesen Tagen von der Neuköllner Kulturstätte gefeiert.

Dabei spielt es diesmal keine Rolle, ob nur „politisch korrekte" Formulierungen für Sinti und Roma verwandt werden. Es soll einfach gefeiert werden und Aleko, der nicht alleine feiern will, lädt ein. Dafür hat er acht Musiker und acht Sänger eingeladen.

Der „Opernsaal" in der Neuköllner Karl-Marx-Straße hat sich verwandelt in ein Hochzeitszelt. Mitten im Raum sind kreuzförmig lange Tische, man könnte auch Laufstege sagen, aufgebaut. Diese Art der Bühnentechnik lässt viele Gäste hautnah am turbulenten Geschehen teilhaben.

Künstler empfangen freundlich die Gäste. Im Hintergrund spielt eine „Zigeunerkapelle" temperamentvolle Musik. Die Klischees von einer bevorstehenden Zigeunerhochzeit werden gekonnt liebevoll bedient.

Aber jetzt beginnt die Hochzeit! Die Kapelle wird zum Orchester und die Beteiligten der Hochzeit werden zu Sängerinnen und Sänger, die mit viel Einfühlungsvermögen kraftvoll ihre Stimmen erklingen lassen. Liebe, Triebe und Schmerz, alles was zu einer echten Oper gehört, kann erlebt werden. Für den Klassikliebhaber hörenswert! Für den Liebhaber der etwas leichteren Kost sorgt die kurzweilige Inszenierung. Eine Zuschauerin berichtet später: „Es hat mir sehr gut gefallen, aber ich habe mir etwas eher Operettenhaftes vorgestellt!"

Bei dieser Hochzeit muss die Braut Zemfira auch auf kein Geschenk verzichten. Kaffeemaschine, Pizzaofen, Toaster und Kühlschrank sind natürlich auch vertreten. Der Liebhaber der Braut wird als Tanzbär verkleidet hereingeführt und brennt dann mit ihr durch. Theatralisch will er „Noch einmal küssen". Und es kommt wie es kommen muss! Ein Knall ertönt. Der Bräutigam erschießt die Braut und den Liebhaber. Der Liebhaber besingt verzweifelt seinen Tod: „Ich sterbe".

Auch diesmal hat die Neuköllner Oper für einen kurzweiligen entspannenden Abend gesorgt. Das Haus wird schon seit Jahren betrieben und gibt auch jüngeren Künstlern eine Chance ihr Können darzubieten.


Thomas Moser
„BerLi-Press" für www.lichtenrade-berlin.de

Mehr Informationen unter  www.neukoellneroper.de 

02.02.2007

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