Shakespeare aus dem Rahmen gefallen
Der Freiburger Kabarettist, Pantomime und Schauspieler Bernd Lafrenz hat sich schon acht mal an Shakepeare, den er auch sehr verehrt, herangewagt. Nach seinem Erfolg im letzten Jahr mit „Romeo & Julia - frei nach Shakespeare", ist er nun das zweite Mal diesmal mit neuem Programm zu seiner Berlinpremiere „Ein Sommernachtstraum - frei nach Shakespeare" in der ufa-fabrik. Lafrenz als exzellenter Shakespeare-Kenner versteht es mit minimalem Bühnenbild die Zuschauer mit Wort und Bild zu fesseln.
Auch die junge Frau aus dem Publikum die zugibt, dass sie von Shakepeare noch nichts gelesen oder gesehen hat, ist begeistert: „Ein Stück das über 400 Jahre alt ist kann ja immer noch interessant und witzig sein!"
Tatsächlich schafft es der geborene Kieler, dass wichtige Literatur verständlich wird für jeden Zuschauer. In dieser alten Liebesgeschichte steht Athen Kopf, die Figuren treten aus den Rahmen und sprengen diesen auch zeitweise und erzählen eine Geschichte von Hochzeit und Liebe, der widerspenstigen Hermia, die doch Lysander liebt, die jedoch Demetrius versprochen ist, den wiederum die schöne Helena begehrt. Er versteht auch das Publikum einzubeziehen, um das Markttreiben in Athen nachvollziehbar zu machen. Die Rahmen sind bei Lafrenz gleichzeitig Bühnenbild und die Chance zum schnellen Rollenwechsel.
Shakespeare wird vom Künstler mit einer Leichtigkeit, Humor und großer Ausdruckskraft dargeboten, die das zuhören nicht langweilig macht.
Übersetzt könnte man auch sagen, ein Besuch lohnt sich und ist wie ein guter, alter Wein, der aber noch die nötige Spritzigkeit aufweist.
Thomas Moser 19. Juli 2006
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