Reise nach Jerusalem

Tagebuchschnipsel zwischen Liebe und Politik in der Neuköllner Oper

 

Die Inszenierung „Nächstes Jahr in Jerusalem“ in der Neuköllner Oper verbindet in einer Video-Collage gekonnt private Tagebuchschnipsel mit Liebe und brennenden Fragen zum Thema Judentum.

Miriam Sachs und Karsten Troyke haben nach der Romanvorlage „Reise nach Jerusalem oder 141 Tage warten auf Grünstein“ ein gefühlvolles Theaterstück mit Gesang und ansprechenden Videoelementen auf die Bühne gezaubert. Das Tagebuch von Judith, einer Mutter von Jonas und Marie, erzählt von ihrer Krise rund um die Trennung vom Vater ihrer Tochter und der heimlichen Liebe zu einem Mann namens Grünstein „Leider ist er Vegetarier und isst nicht einmal Butter - und Jude ist er wohl auch?!“ Diese unbeholfene Liebe entzündet in ihr ein brennendes Interesse an Fragen des Judentum, Israels, der Palästinenser und an Klezmermusik. Im Programm heißt es zur Darstellung treffend: „Die Hauptrolle spielt das Tagebuch. Alles andere ist Spielart, Leseart, Darstellung und Gegendarstellung.“

„Nächstes Jahr in Jerusalem“ wirft kindliche Glaubensfragen auf und ist unpolitisch und politisch zugleich. Traurig, tragisch, aber auch trotzig und ganz normal wird das Leben einer Frau zwischen Elternberatung, Therapie, Mediation, IKEA, Scrabble und Hebräisch aufgezeigt.

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Die Schauspieler stellen mit viel Herz und Seele gefühlvoll und verschmitzt Lust und Leid dar. Das Tagebuch als Lichtinstallation in der 3. Dimension verzaubert die Zuschauer in der kleinen Neuköllner Studiobühne.

Miriam Sachs, eine wundervolle Darstellerin von Judith, ist für die Konzeption, den Text, die Regie und für die Projektionen verantwortlich. Diese Vielseitigkeit der Künstlerin spiegelt sich in ihrer Vita wieder, die eine Regieassistenz- und Schauspielausbildung umfasst. Nicht zuletzt geholfen hat sicher auch die Arbeit in der elterlichen Filmproduktion. Miriam Sachs verbindet mit viel Liebe zum Detail Grafik, Animation, Film, Realität und Spiel zu einer Collage-Kunstform.

Mit Gesang und Gitarre interpretiert Karsten Troyke emotional ansprechend die jiddische Musik. Der Mitspieler Karsten Troyke ist Chansonsänger, Schauspieler und Sprecher und hat sich als Musiker vor allem als Interpret von jiddischen Liedern international einen Namen gemacht.

Bei dieser „Reise nach Jerusalem“ sollte in der Neuköllner Oper kein Stuhl frei bleiben!

 

Thomas Moser –BerLi-Press (www.berli-press.de) für www.lichtenrade-berlin.de

11.Juni 2009

Stückfassung/Inszenierung/Video-Collage, Bühne: Miriam Sachs
Co-Regie: Julia Dittmann
Musikalische Leitung: Robert Mau
Sound Design: Leo Solter

Spieltermine 11., 13./14., 18.-20. und 25.-28. Juni sowie 3., 8. und 15. Juli 2009, 20 Uhr
Spielort neuköllner oper, Karl-Marx-Str. 131-133, 12043 Berlin
Verkehrsanbindung: U 7 - Karl-Marx-Straße, S 41/42/46/47 - Neukölln, Bus 104
Karten
9-18 Euro, Vorbestellung unter 030 / 6889 0777, unter tickets@neukoellneroper.de
sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen
Neuköllner Oper • Karl-Marx-Str. 131-133 • 12043 Berlin
• Tel: 030/68 89 07-0 • Fax: 030/68 89 07 89 •
info@neukoellneroper.de www.neukoellneroper.de

 

30 Jahre ufaFabrik in Berlin-Tempelhof – „Wild und Mild“

Eine Erfolgsgeschichte des gallischen Dorfes

Mit einer grandiosen Geburtstagsgala feiert die ufaFabrik mit vielen Wegbegleitern und befreundeten Promis den 30igsten Jahrestag der „friedlichen Inbetriebnahme“ der ehemaligen UFA-Filmstudios im Süden von Berlin. Das „Internationales Kultur Centrum ufaFabrik Berlin“ ist auch heute noch ein stadtbekannter alternativer Kunst-, Kultur- und Lebensraum in Tempelhof in unmittelbarer Nähe des neu eröffneten Tempelhofer Hafens.

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Charlie Chaplin, Klaus Wowereit, Juppy, Rudolf Brünger, Sigrid Niemer vor der Gala

Die Sambaband Terra Brasilis öffnete mit ihren Trommeln die Herzen der Gäste der voll besetzten Sommerbühne am Teltowkanal.

Der Regierender Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit überbringt die Glückwünsche von 3,4 Millionen Berlinerinnen und Berliner. Der Tempelhofer Wowereit war vor 30 Jahren stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD in der Bezirksverordnetenversammlung des Bezirkes und kann sich noch gut daran erinnern, dass die Besetzung in weiten Teilen der Politik als Skandal angesehen wurde. Diese teilweise feindliche Stimmung ist heute nicht mehr zu spüren. Im Gegenteil! Seit Jahren ist auch der einstige Kritiker Bildungsstadtrat Dieter Hapel (CDU) mit dem Kommunensprecher Juppy, der Seele und das Gesicht der ufaFabrik, befreundet. Klaus Wowereit betont, dass es sehr positiv war, dass die damaligen alternativen Besetzer das Grundstück (erstmal) freiwillig geräumt haben, damit der Weg für den Abschluss von Nutzungsverträgen geschaffen war. Klaus Wowereit wünscht allen Mitstreitern von Juppy weiterhin viel Kreativität!

Die Vorsitzende des Paritätischen Verbandes Barbara John sieht die ufaFabrik als das einzige gallische Dorf in Berlin: „Eure Stärke ist immer gewesen, dass ihr wild und mild zugleich seid“. Die Vorsitzende der Bundestagsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen Renate Künast bedankt sich dafür, dass die ufaFabrik so eine „Art Leuchtturm“ ist: „Ihr ward von Anfang an Kosmopoliten!“

Juppy nahm die Glückwünsche der Gratulanten sichtlich gerührt entgegen.

Als Dankeschön an die vielen Besucher hat die ufaFabrik zur Gala ein buntes Programm der Spitzenklasse zusammengestellt.

Arnulf Rating, ehemals von den „3 Tornados“, nahm mit spitzer Zunge die aktuelle Wirtschaftslage und die politische Entwicklung aufs Korn. So begrüßte er Klaus Wowereit von der SPD nach den Ergebnissen der Europawahl als Vertreter einer schützenswerten Minderheit, die ja dann auch gut in der ufaFabrik aufgehoben ist.

Als regelmäßiger Comediangast in der ufaFabrik nahm Murat Topal, der komische Neuköllner Ex-Polizist, den „normalen“ Polizeialltagswahnsinn auf die Schippe. Katharina Joumana & Oriental Roses bezaubert mit Schwert- und Bauchtanz das Publikum.

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Der bajuwarische Eisi Gulp und alter Weggefährte von Juppy, sonst neben vielen anderen künstlerischen Betätigungen im kabarettistischen Drogenpräventionseinsatz in Schulen auf Achse, konnte das Suchtpotential des Rauchens mit viel Ironie, Tiefgang, Humor und Lebendigkeit präsentieren. Besonders überzeugten dabei die tänzerischen und athletischen Fähigkeiten des „King of Comedy“.

Der gebürtige Äthiopier Daniel Reinsberg präsentierte witzig einen farbigen Ausschnitt aus seinem zweiten Soloprogramm „Bruder, was geht?“

In der ufaFabrik groß geworden und jetzt Opernsängerin ist Anna Molina, die mit klassischem Gesang die Pause an diesem milden Frühlingsabend in der Freilichtbühne einläutete.

Beim Gala-Publikum wurden neben viel Bezirksprominenz und ufaFabrik-Wegbegleitern und Aktivisten auch die Bundestagsabgeordnete Mechthild Rawert (SPD) und der Juppy-Freund und ehemalige CDU-Landesbank-Politiker Klaus Landowski gesichtet.

Juppy´s Erkenntnis auf der langen 30ig jährigen Wegstrecke ist dann auch, dass „wir aus vielen Idioten nette Kerle gemacht haben“.

Liebevoll präsentierte Juppy die Programmhöhepunkte. So konnte er den jungen BMX-Künstler Frank mit Rap-Verstärkung vorstellen. Das Publikum war aus dem Häuschen: „Etwas so Perfektes habe ich noch nicht gesehen“ begeisterte sich ein ufaFabrik-Besucher. Patrizia Moresco spielt komische „Miss Verständnisse“ und Andreas Wessels und Jojo Weiss zeigen geballte Power und elegante Jongliervirtuosität auf internationalem Niveau an der Tischtennisplatte. Der bekannte Neukölln-Comedian mit der Berliner Schnauze, Kurt Krömer, einst von ufa-Juppy entdeckt, gratuliert der ufaFabrik mit einem gelungenen und umjubelten Auftritt.

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Eine kurzweilige Laudatio für das Geburtstagskind hielt der rbb-Moderator Daniel Gäsche, der auch Buchautor der Biografie von Juppy ist.

Die Band „Neues Glas“ überbrückte die Wechsel im Programm mit mitreißenden Rio-Reiser-Songs, die ein zeitloses Dokument der Aufbruch- und Anfangszeit der ufaFabrik darstellen. Im Abschlussbild der vierstündigen Gala trommelte Terra Brasilis zu den Klängen von „Neues Glas“ sich die Lebensfreude aus den Gliedern.

Das Jubiläum der ufaFabrik wird noch eine ganze Woche mit einem attraktiven Programm gefeiert.

Am Schluss dieses Berichtes sei dem Verfasser noch erlaubt der ufaFabrik, Juppy und allen fleißigen und kreativen Menschen alles Gute für die nächsten 30 Jahre zu wünschen. „Ich ziehe meinen Hut vor eurer Leistung!“

 

Thomas Moser –BerLi-Press- (www.berli-press.de) für www.lichtenrade-berlin.de

(Foto und Bericht - Bericht mit weiteren Fotos unter: www.berli-press.de/Artikel/30ufa.pdf)

9. Juni 2009

 

Mehr Infos zu den Aktivitäten der ufaFabrik unter www.ufafabrik.de

 

Neuköllner Oper: Nächstes Jahr in Jerusalem

Lächeln Rezension von BerLi-Press siehe: LINK

 Nächstes Jahr in Jerusalem

 Eine Wohnungsauflösung mit Miriam Sachs und Karsten Troyke

Judith, die Mutter von Jonas und Marie, steckt mitten in der Krise einer Trennung vom Vater ihrer Tochter und im Kampf um die Vier-Zimmer-Wohnung. Zu allem Überfluss verliebt sie sich auch noch in einen Mann namens Grünstein. "Leider ist er Vegetarier und isst nicht einmal Butter - und Jude ist er wohl auch?!"
Judith entwickelt ein ganz persönliches Interesse an Klezmermusik, Judentum und Nahost-Konflikt. Fortan ist das Tagebuch dieser liebenswerten Chaotin von Seifenopern und jüdischen Traditionen, vom Elternbeirat und den brisanten politischen Ereignissen in Israel und Palästina - vor allem aber von der neuen Liebe bestimmt. Auf der Bühne wird diese Auseinandersetzung auch eine musikalische: Gesangsübungen vs. jüdische Folklore, Fernsehprogramm vs. Opernsingen unter der Dusche.
Eine Vier-Zimmer-Wohnung wird zum Grenzbereich und eine alte Musiktruhe zum Streitobjekt - ebenso wie das Tagebuch selbst.
Miriam Sachs, die an der Neuköllner Oper zuletzt die Videofilme zum Familienstück Die getauschte Schule zeigte, hat aus ihrem Debutroman eine szenische Vorlage geschaffen mit traumtänzerischem Blick auf die kleinen Dinge des Lebens und die etwas größeren der Welt.

Miriam Sachs ć Text und Regie, JUDITH
Die gebürtige Münchnerin studierte nach ihrem Abitur am musischen Gymnasium zunächst Literatur und Geschichte und arbeitete in der elterlichen Filmproduktion mit, bevor sie mit der Maueröffnung nach Berlin zog. Dort absolvierte sie eine Regieassistenz bei Thomas Langhoff am Deutschen Theater und eine Schauspielausbildung. Sie arbeitet als Schauspielerin für Theater, Film und Fernsehen, als Regisseurin, als Illustratorin sowie als Autorin. Die Vielseitigkeit ihrer Tätigkeiten findet in der Kunstform der Collage zusammen. „Schnippsel aus verschiedenen Bereichen in neue Zusammenhänge bringen, Graphik wird zu Animation, zu Film, Realität zu Spiel, und umgekehrt." In der Neuköllner Oper zeigte sie zuletzt die Videofilme zum Familienstück Die getauschte Schule (UA 2008).

Karsten B. Troyke ć Musik / Gitarre u. Gesang
geboren 14. August 1960 in Ost-Berlin als Karsten Bertolt Sellhorn, ist ein deutscher Chansonsänger, Schauspieler und Sprecher, der sich vor allem mit jiddischen Liedern einen internationalen Namen machte. Er gilt als einer der bedeutendsten Interpreten dieses Genres in Europa. Er ist ein Sohn von Josh Sellhorn und Enkel Isot Kilians.
Seit 1982 auf der Bühne, hatte er jedoch zunächst Gärtner gelernt und später mit geistig-behinderten Kindern gearbeitet. Nebenher nahm er Gesangsunterricht (bei Leonore Gendries) sowie Unterricht in Schauspiel und Sprecherziehung. 1990 gab er die soziale Arbeit auf und widmete sich ganz den Liederprogrammen sowie dem Theater (u.a. Vagantenbühne Berlin, Hackesches Hoftheater, Teatr Kreatur).

Kurz und bündig
Künstlerisches Leitungsteam

Text und Regie...............................Miriam Sachs
Raum / Projektionen...................... Puppet-Holding
Musik .......................................... Robert Mau, Karsten Troyke
Co-Regie...................................... Julia Dittmann
Sound-Design............................... Leo Solter

Ensemble
Judith.......................................... Miriam Sachs
Theo und andere.......................... Karsten Troyke

Spieltermine                11., 13./14., 18.-20. und 25.-28. Juni sowie 3., 8. und 15. Juli 2009, 20 Uhr
Spielort                       neuköllner oper, Karl-Marx-Str. 131-133, 12043 Berlin
                                   Verkehrsanbindung: U 7 - Karl-Marx-Straße, S 41/42/46/47 - Neukölln, Bus 104
Karten
                         9-18 Euro, Vorbestellung unter 030 / 6889 0777, unter tickets@neukoellneroper.de
                                    sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen  

Neuköllner Oper • Karl-Marx-Str. 131-133 • 12043 Berlin • Tel: 030/68 89 07-0 • Fax: 030/68 89 07 89 •

info@neukoellneroper.de www.neukoellneroper.de

 
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