Neuköllner Oper: REFERENTINNEN - Geschichten aus der zweiten Reihe- oder …

Sommertheater in Berlin – „Besser als Wahlkampf“

Zur Wiederaufnahme von REFERENTINNEN ist die Neuköllner Oper zu Gast in der Heinrich Böll Stiftung in Berlin-Mitte, in unmittelbarer Nachbarschaft des politischen Machtzentrums gegenüber vom Deutschen Theater.

Dem großzügig offenen Neubau der Heinrich Böll Stiftung wird durch die Inszenierung von Matthias Rebstock und der Interpretation durch das Ensemble "Ieitundlause" mit dem musikalischen Sing-Schauspiel REFERENTINNEN kraftvoll junges Leben eingehaucht.

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Der Besucher ist Bestandteil einer Pressekonferenz, die im barocken Ambiente eines Regierungsschlosses stattfindet. Er kann bei den umtriebigen REFERENTINNEN das Spiel um Macht, Konkurrenz und Intrigen erleben. Ewige Konferenzen, Monotonie und Stumpfsinn, das ist das Los von hysterischen und sarkastischen REFERENTINNEN aus der zweiten Reihe der Politik.

Das Ensemble bringt die unterschiedlichen Facetten des Alltags mit Komik und Slapstick, James Bond Einlagen und kindischem Spiel, sprachlicher Jonglage und viel Spielfreude auf die Bühne. So erfährt man auch von der "Philosophie" der Büroklammern und kann den Flamenco nach dem "Kugelschreiber-Klick" erleben. Es geht aber auch um Grenzen und Grenzverletzungen, Schuld und Bauernopfer für „Fehler“.

Historischer Tanz, Volksmusik, Zirkusmusik, lateinische Kirchengesänge, Liedermachersong ("Wenn es kalt wird in Berlin") und körperbetonte Punkmusikeinlagen meistert das Ensemble "Ieitundlause" mit ihren ausgebildeten Stimmen und einer kraftvollen und vielfältigen Schauspielkunst. Die Sopranistin Astrid Kessler stellt mit viel Dynamik und stimmlicher Brillanz klassische Musikwerke grandios in die barocke Schlossumgebung. In der Ankündigung heißt es treffend: "Die Musik greift diese barocke Spannung zwischen Prunk der Macht und Jenseitssehnsucht auf und spannt von hier aus einen weiten Bogen, von barocken Passionsmusiken über die melancholische Ausgelassenheit, von Balkanmusik bis hin zu neu und schräg arrangierten (Punk- )Songs."

Besonders gelungen ist REFERENTINNEN dann, wenn das Haus der Heinrich Böll Stiftung in das Spiel mit der Akustik einbezogen wird. Multimediale Akzente unterstreichen die Arbeit der Schauspieler. REFERENTINNEN ist eine gelungene Ensembleleistung mit vielen guten Mitwirkenden. Die realpolitisch satirischen Anteile sind von den Textern Tilmann Rammstedt und Matthias Rebstock ideenreich umgesetzt worden.

Der bei der Premiere der Wiederaufnahme REFERENTINNEN anwesende Kulturstaatssekretär Andre Schmitz hat sich sichtlich amüsiert und konnte sicher auch Ähnlichkeiten mit der politischen Wirklichkeit feststellen. Der Vertreter der Heinrich-Böll-Stiftung bezeichnete das Stück als Sommertheater in Berlin und "Besser als Wahlkampf". Gute gehobene Unterhaltung mit leichtfüßigem Tiefgang!

 

Thomas Moser -BerLi-Press (http://www.berli-press.de) für http://www.lichtenrade-berlin.de  

 

Künstlerisches Leitungsteam

Inszenierung, Text: Matthias Rebstock Text: Tilman Rammstedt

Musikalische Einrichtung: Knut Jensen Bühne, Kostüm: Sabine Hilscher Bühne/Projektionen: David Reuter, Sabine Beyerle Dramaturgie: Bernhard Glocksin

Ensemble

Sabine Hilscher, Irmtraud Horstkotte, Astrid Kessler, Deborah Klein, Ursula Renneke, Bärbel Schwarz, Lydia Starkulla, Mariel Jana Supka

Lukas Fröhlich / Steffen Zimmer: Trompete Christian Fischer / Rob Gutowski: Posaune Janni Struzyk: Tuba

Spieltermine: 13.-16., 20.-23. und 26.-30. August um 20 Uhr -Sonderveranstaltung nach der Vorstellung vom 20. August: .Regietheater in der nervösen Zone. Wie performativ muss Politik sein?

.- Spielort Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstr. 8, 10117 Berlin Verkehrsanbindung: S1 , S5, S7, U6 Friedrichstraße Karten 20, erm. 10 Euro, Vorbestellung unter 030/68890777, unter tickets@neukoellneroper.de sowie an allen bekannten Vorverkaufsstelle

http://www.neukoellneroper.de         http://www.boell.de           http://www.leitundlause.de/Home.html

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