Tine Kindermann – Volkslieder „schamlos schön“ in der ufaFabrik

Berlin-Tempelhof 5. Juli 2010

„Schamlos schön“ - Deutsche Lieder aus fünf Jahrhunderten

Nach dem Folk- und Weltmusikfestival in Rudolstadt gab Tine Kindermann ihr erstes und (leider) einziges umjubeltes „Schamlos schön“ - Berlinkonzert in der ufaFabrik.

Die Berlinerin lebt seit 15 Jahren als bildende Künstlerin in New York und hat sich mit Installationen von deutschen Volkssagen und Grimm’schen Märchen beschäftigt. In ihrem neuen Projekt nähert sie sich dem Thema musikalisch: „Ich hatte keine andere Wahl. Die Lieder arbeiten in mir.“

Das Konzert und die CD sind eine ganz besondere Volksliederinterpretation. Tine Kindermann schafft es mit klarem Gesang die Lieder, die oft vom Tod und von Liebe handeln, auf eine erdverbundene, ergreifende, aber auch schnörkellose Art, neu zu erschaffen. Das Ganze ist dann eingepackt in bemerkenswerte Arrangements von Frank London. „Es geht ein dunkle Wolk herein”, “Ich hab die Nacht geträumet”, “Es ist ein Schnitter heißt der Tod”, nicht umsonst haben diese Lieder die Jahrhunderte überdauert.

Das Besondere an dieser kunstvollen Darstellung ist die sensible Instrumentierung und Begleitung durch einige der besten zeitgenössischen New Yorker Musiker. Im Konzert ist die Bandbesetzung mit Gitarre und Bass leicht anders besetzt. Hier konnte besonders Brandon Seabrook mit seiner extravaganten Spielweise beeindruckend überzeugen. Es ist eine Wonne mit anzusehen, wir er in der Musik aufgeht und mit der Gitarre und dem Banjo verschmilzt. Ein besonderer Gitarrist der Spitzenklasse! Frank London am Keyboard und Trompete setzt humorvoll und innovativ alle Sinne für sein zauberhaftes musikalisches Spiel ein. London erzeugt mit Stimme, Instrument und Technik sphärische Klänge mit Tiefgang. Tine Kindermann singt manchmal zusammen mit dem Musiker Lorin Sklamberg, manchmal lässt sie die Singende Säge ertönen. Jeder Musiker der Band ist an seinem Instrument eine Virtuose.

Die Auswahl der eher traurigen Lieder passt vielleicht eher in kalte Winterabende. Aber auch an diesem wundervollen Sommerabend ist es gelungen, mit der Besonderheit der Interpretation nachdenkliche, aber auch immer heitere Gefühle zu erzeugen. Die Lieder sind traurig und hoffnungsfroh, beruhigend und gleichzeitig anregend. Es wird ein neuer Volksliedsound mit Ohrwurmqualität erzeugt!

Die Musik ist ein einziges „schamlos schönes“ künstlerisch wertvolles und experimentelles Instrumentalspiel. Die „schamlos schönen“ Volkslieder haben ihren Kitsch verloren und sind zu einem Gesamtkunstwerk, mit gut hörbaren avantgardistischen Zügen, geworden. Durch die besonderen Instrumentalinterpretationen wurden die Volkslieder zu neuen Klangkunstwerken! Ein Konzert, das die Besucher begeistert hat und Lust auf diese und vielleicht bald neue CD´s von Tine Kindermann macht!

Thomas Moser –BerLi-Press (www.berli-press.de)

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Tine Kindermann Foto: Lloyd Wolf

Tourbesetzung

Tine Kindermann: Gesang und Singende Säge

Frank London: Harmonium und Keyboard

Lorin Sklamberg: Akkordeon, Keyboard, Gitarre akustisch und Gesang

Brandon Seabrook: Gitarre, E und akustisch

Pablo Aslan: Bass

CD-Besetzung:

Aufgenommen wurde Schamlos Schön mit einer Band, die sich wie ein Who is Who der New Yorker Downtown Musikszene liest: Marc Ribot und Greg Cohen an Gitarre und Bass (Tom Waits Band), Glenn Patscha (Ollabelle) am Keyboard, Spinett und Harmonium, Lorin Sklamberg von den Klezmatics oder Frank London, der die CD produzierte. Im Mittelpunkt der Produktion steht Tine Kindermann, eine deutsche Künstlerin und Musikerin, die mit diesem Programm erstmals als Sängerin in Erscheinung tritt.

CD erschien im September 2008 bei Oriente Musik: http://www.oriente.de

Hörprobe von Tine Kindermann: http://www.tinekindermann.com/music.html

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