Turbulentes türkisches Familientreffen mit Volksliedern

VOLKSMUND – Eine Familienfarce mit Volks(lied)gut im Heimathafen Neukölln

Berlin-Neukölln, 20. Februar 2011 „Wo man singt, da lass dich ruhig nieder,“ steht in der Ankündigung für das neue musikalische Volksstück VOLKSMUND vom Heimathafen Neukölln. Aus Krankheitsgründen musste die Premiere verschoben werden; aber jetzt warten alle sehnsüchtig, dass der Saal endlich geöffnet wird. Die Zuschauer kamen tatsächlich erst kurz vor dem Beginn in die große Spielstätte, wo für das türkische Familienfest vom alten Onkel Behzad schon alles angerichtet war.

Türkisches Familientreiben und eine Menge deutscher und internationaler Volkslieder: Kann das gut gehen? Die Antwort fällt einem nach der Vorstellung sehr leicht: Ja, es geht sehr gut. Mehr noch, die zwei Elemente sind hier zu einer faszinierenden multikulturellen Symbiose geworden!
default
Foto: Heimathafen Neukölln - Verena Eidel
Die Bühne ist für das kleine dreiköpfige Orchester freigehalten, dass zu Beginn musizierend den Saal betritt und immer wieder auch als Bestandteil des Ensembles mitwirkt. Der halbe Saal vor der Bühne wird für das Schauspiel freigehalten. Auf einem großen Podest steht ein gedeckter Tisch, wo sich in Kürze die Familie zum Treffen einfinden wird. Ein großer Sessel wird für den reichen Onkel reserviert und die Kellnerin wartete schon hinter der Bar.

Onkel Behzad eröffnet mit einigen Krückstockschlägen das Spiel. Die Nichten und Neffen könnten unterschiedlicher nicht sein. Eines treibt aber alle, mehr oder weiniger stark ausgeprägt, an: dass die angekündigte Überraschung des Onkels für alle ein finanzieller Befreiungsschlag sein möge! Alle fünf Jahre ist dieses Treffen Familienbrauch: „Auf die Familie!“ wird mit Onkel Behzad angestoßen.

Das neue Neuköllner Volkstheater präsentiert eine stimmige seichte Handlung, hintergründige Märchen und stimmige Volksweisen. Musikalisch beeindruckend ist Sängerin Begüm Tüzemen, die mit ihrer goldenen Stimme als Nilay „Die Forelle“ besingt und auch schon in der Neuköllner Oper zu überzeugen wusste. Der unbedarfte Kreuzberger Pizzabäcker Ufuk „Gino“ singt hingebungsvoll mit Nilay das Lied vom „Schwesterlein.“ Zum Liederreigen gehören auch Lieder wie das französische „Padam, Padam“, der italienische Gassenhauer „O Sole mio“, der deutsche „Harung jung und schlank“ oder türkischer Langgesang. Die musikalischen Interpretationen haben aber nichts mit angestaubter Volksmusikkultur zu tun! Die Pianistin Sinem Altan, alias Sibel, beeindruckte immer wieder mit ihrem kraftvollen, einfühlsamen Anschlag und einer wunderbaren Virtuosität.

Die extrovertierte Peri, mit norddeutsch-türkischen Wurzeln, will den Onkel von ihrer Version eines sanften Fischroboters überzeugen. Aufschneider Timur, mit hessischem Dialekt, präsentiert riesige Baupläne, obwohl die Schuldner ihm schon im Nacken sitzen. Das Ringen um die Gunst des Onkels geht beinahe nicht gut aus. Die angekündigte Überraschung ist dann für die Verwandtschaft und auch für das Publikum erstaunlich. Im musikalischen Finale kann noch mal bei „Time of my life“ die stimmliche Qualität der Sänger bewundert werden. Der Ensembleleistung kann ich nur meine große Anerkennung zollen.

Ein lebendiger deutsch-türkischer Volksschwank mit Hintersinn und vielfältigen musikalischen Leckerbissen!

Thomas Moser –BerLi-Press (www.berli-press.de)

Mitwirkende: Sinem Altan (Sibel – Piano), Sinan Al-Kuri (Timur), Özgür Ersoy (Aydin), Çetin Ipekkaya (Behzad Orman), Fabian Martino (Ufuk “Gino”), Baris Öztürk (die Kellnerin), Mustafa Sarisin (Arif), Sascha Ö. Soydan (Peri), Begüm Tüzemen (Nilay)

Regie Nicole Oder CO-AUTORIN Elisabeth Tropper

Musikalische Leitung Sinem Altan Ausstattung Wiebke Meier

Dramaturgie Hülya Karcı, Elisabeth Tropper

Maske und Ausstattungsassistenz Brigitte Schima

Eintritt: 15,- Euro / erm. 13,- Euro

> Tickethotline: 030. 61 10 13 13

> VVK im Heimathafen Neukölln Büro

> Karl-Marx-Straße 141, Vorderhaus, 3. Stock

> Info 030. 56 82 13 33

> http://www.heimathafen-neukoelln.de

Weitere Spieltermine: 20.2., 27.-29.3.2011 jeweils 20 Uhr

Bisher keine Kommentare vorhanden.

Eintrag kommentieren

Hier klicken um sich zum Kommentieren einzuloggen




Graphical Security Code


Über mich
Hier wird über die Nachbarn von Berlin-Lichtenrade berichtet und informiert
Mehr über mich
21Publish - Cooperative Publishing