LIEDERJAN: Musikalische Kleinkunst und Lieder aus der Lasterhöhle

Berlin-Friedenau, 20. Februar 2011 Mit Liedern aus dem wirklichen Leben besuchte LIEDERJAN den kleinen und charmanten Veranstaltungsort in der Friedenauer „Alten Bahnhofshalle.“

Die drei Musiker sehen sich und ihr Programm als „trocken und süffisant, listig und lustig, charmant und niederträchtig“ an. Das „Niederträchtige“ kann dann aber nicht wirklich erkannt werden; sicherlich dürfte diese Beurteilung aber eine Frage der Perspektive des Zuhörers sein. Das Publikum nahm die großartigen Kleinkünstler Altmeister Jörg Ermisch, Nichtsoaltmeisterin Hanne Balzer und Jungmeister Michael “Lemmi“ Lempelius voller Beigeisterung auf. Hier fühlten sich Viele an ihre ganz persönlichen Spät-68iger Jahre erinnert, zumal LIEDERJAN, in wechselnder Besetzung, schon über 35 Jahre in Sachen kritischer deutscher Musik unterwegs ist.

In der Programmankündigung wird die Frage gestellt, was die drei kreativen Nordlichter eigentlich sind: Folksänger, Liedermacher, Entertainer oder gar Komödianten? Die Schubladen, die sie am späten Abend nach fast zweieinhalb Stunden auch noch besingen, bleiben geschlossen. Die drei Barden, wovon die Bardin Hanne Balzer auch in die mächtige Tuba bläst, bieten vielfältige musikalische Unterhaltung, historische und kritische Texte mit viel Wortspielereien und meisterliche Mimik in den Gesichtern. Die perfekten, aber stets auch lockeren, Moderationen und Geschichten zeigen, dass das Dreigespann sich gesucht und gefunden hat.
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PROMO-Foto: LIEDERJAN
Neben dem Hamburger Ur-LIEDERJAN Jörg Ermisch steuern auch die Bremerin Hanne Balzer und das jüngste Bandmitglied aus Kiel, Michael Lempelius, viele künstlerische Aspekte bei. So wurden die zwei Instrumentalstücke „Mayas Cou Cous Kuss“ und „Sieben Ziegensprung“, von den beiden zuletzt genannten Musikern, vom Publikum begeistert aufgenommen. Mit einer Vielzahl von Instrumenten, vielen Saiteninstrumenten, Flöten, Blasinstrumenten einschließlich der besagten Tuba und einer singenden Säge wird das Publikum in den Bann der harmonischen Musik gezogen. Wenn man die Augen schließt, fühlt man sich besonders bei den Liebesliedern in die Zeit des Minnegesangs versetzt.

Aber auch im „a capella-Gesang“ kann LIEDERJAN mit „Die Himmelsbar zum Happyend“ überzeugen. Gemeinsam mit dem Publikum werden historisch die „Lippischen Schützen“ besungen und alte Trinklieder lustvoll präsentiert. Mit dem Akkordeon aus drei Bälgen wird, ganz zur Freude des Friedenauer Publikums, Ulrich Roski´s Moritat „Des Schleusenwärters blindes Töchterlein“ spielend erzählt. „Der Mann, der vor mir war“ erzählt von der ersten großen Liebe und die „Segelschiffe im Abenddunst“ zeichnen sich wie ein Gemälde ab, das durch den wundervollen Klang der Instrumente romantisch gezeichnet wird. Im „Börsenblues“ vom Anlegen und Ablegen wird ein musikalisches Investment-ABC genauso perfekt präsentiert, wie die blühende Lüneburger Heide in einem beliebten Hannes Wader Lied.

Die drei Künstler ließen sich auch im Zugabeteil nicht lumpen. Das Lied, das LIEDERJAN schon 35 Jahre begleitet hat, war dann auch ein Höhepunkt des rundum stimmigen Abends: „Lustig, lustig ihr lieben Brüder…denn unser Handwerk das ist verdorben, die besten Saufbrüder sind gestorben, es lebe keiner mehr als ich und du!“

Der Abend erfüllte alle Wünsche des Publikums! Die Musik war harmonisch und kraftvoll, die Kommentare waren bissig, skurril, witzig und LIEDERJAN präsentierte ein ehrliches, handgemachtes musikalisches Gesamtkunstwerk in einem perfekten Friedenauer Rahmen! Macht weiter so und besucht mal wieder Berlin!

Thomas Moser –BerLi-Press (www.berli-press.de)

http://www.liederjan.com

Konzerte in der „Alten Bahnhofshalle“ in Friedenau u.a. http://www.acoustic-concerts.de

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