Zwei Krawatten - „Eine echte Berliner Revue“

Berlin-Neukölln, April 2012 Im Heimathafen Neukölln kann der Zuschauer eine weite Reise antreten, die stimmungsvoll von Berlin nach Amerika geht. Die Zuschauer erleben, was zwei Krawatten in ihrer Folge so alles anrichten können und werden in die verlorene Sentimentalität der 20iger Jahre versetzt.

Das musikalische Revue-Sprech-Tanz-Theater von Georg Kaiser, mit der Musik von Mischa Spoliansky, erlebte am 5. September 1929 im Berliner Theater seine Uraufführung. Damals spielte Hans Albers die Rolle des Kellners Jean, dessen Leben in der musikalischen Zeitreise einige Turbulenzen erlebt.

Foto: Heimathafen Neuköllen/Verena Eidel
Heute bringt der Heimathafen eine echte Berliner Revue mit Lust und Schwung auf die Bühne. Dabei scheut man sich nicht, professionelle Kunst und lebendige Laienspielfreude zu kombinieren. In der jetzigen Inszenierung wird der Kellner Jean mit einer temperamentvollen Energie überzeugend von Vlad Chiriac dargestellt. Jean wird von der reichen amerikanischen Büchsenfleisch-Erbin Mabel in das Leben der Mächtigen und Reichen „entführt“. Mabel wird dargestellt von der knuffigen Bärbel Bolle, die viele Jahre auch am Deutschen Theater Berlin tätig war. Das Berliner Mädel Trude will aber ihren Jean nicht so einfach aufgeben und es beginnt eine turbulente Reise nach und durch Amerika. Die Berliner Trude wird grandios, lebendig und liebevoll detailreich von Funny Rose interpretiert. Berliner Herz und Lebensfreude kann man dieser einmaligen Schauspielerin ansehen, die als drittes von fünf Kindern eines Berliner Bäckermeisters geboren wurde. Besondere schauspielerische Leistungen können Alexander Ebeert bescheinigt werden, der facettenreich in die vielfältigsten Rollen schlüpft. Dem gesamten Ensemble kann zugerufen werden, dass sie die Berliner Revue fabelhaft repräsentieren.

Foto: Heimathafen Neuköllen/Verena Eidel
Spaß kommt auf, wenn die etwas älteren Girls der Stepptanzgruppe „Berliner Spätlese“ ihr Publikum als Matrosen und Brautjungfern zum Rasen bringen. Die vier Frauen kennen sich seit 40 Jahren; im Jahr 2000 gründeten sie dann ihre Tanzgruppe. Seit dieser Zeit sind sie mit viel Spaß und Spielfreude auch in Produktionen der Volksbühne Berlin und des Maxim Gorki Theaters anzutreffen gewesen. Aber das besondere I-Tüpfelchen setzt als Showband „The Incredible Herrengedeck“. Mit Kontrabass, Gitarre, Klavier und eigener Spielleidenschaft jazzen oder bluesen sich die Musiker in die Herzen der Zuhörer.

Das Stück könnte nach meinem Geschmack an der einer oder anderen Stelle etwas knackiger und kürzer sein. Aber Langeweile kommt nie auf. Kitsch, Klischee und manchmal etwas Peinlichkeit passen zu diesem alten, aber längst nicht verstaubten, Musiktheater wie die Faust aufs Auge. Die Grenzen zwischen Schillers Glocke, Nietzsche, Titanic-Romantik, Dinner for one und der YMCA-Kultur verschwimmen und kumulieren sich zu dem „Es wird schon geh´n“- Finale.

Der Schauspieler Jaecki Schwarz, als Hallenser „Polizeiruf 110“ -Kommissar Schmücke immer gerne gesehen, verfolgte entspannt und amüsiert der Premiere. Das Publikum war begeistert und feierte stürmisch die Künstler.

Dem Heimathafen ist es gelungen, dass die Berliner Revue-Tradition mit „Zwei Krawatten“ lebendig und beliebt bleibt.

Thomas Moser -BerLi-Press (www.berli-press.de)

LINK: Rezension im Rudower Magazin

Spieltermine „Zwei Krawatten“ im Mai 2012:

Mittwoch, 09. Mai > 20:00 Uhr

Donnerstag, 10. Mai > 20:00 Uhr

Freitag, 11. Mai > 20:00 Uhr

Sonntag, 20. Mai > 18:00 Uhr

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