Nur wer vergessen wird, ist tot – zum Gedenken an Ingrid Rabe

Am 20. Juni 2012 ist Ingrid Rabe verstorben, sie wurde 96 Jahre alt. Ingrid Rabe wurde als Ingrid Lugebil 1916 in Berlin geboren. Sie machte zunächst eine Ausbildung als Tänzerin. Dies kam nicht von ungefähr, schickte sie doch ihre Mutter schon im Alter von fünf Jahren in eine Ballettschule, damit sie dort lernt, wie sich ein Mädchen zu benehmen hat. Ingrid Rabe hatte aber Talent und aus dem Benimmunterricht wurde ein Beruf. Sie war zuerst ein Kinderstar und stand in Stummfilmen neben Henny Porten und Asta Nielsen vor der Kamera, spielte in den ersten Tonfilmen mit und tanzte in der Oper. Später wurde sie eines der berühmten Scala- Girls, trat im Wintergarten auf und tanzte in fast allen Filmen von Marika Rökk. 1932 ging sie das erste Mal auf Tournee in die Schweiz und nach einer Akrobatik-Ausbildung zog sie mit der berühmten Artistenfamilie van de Velde durch Europa bis ihr das Nazi- Regime einen Strich durch die Rechnung machte. Es begannen die Jahre der dunkelsten Geschichte Deutschlands mit Erfahrungen, die Ingrid auch in ihrem späteren Leben nie vergessen konnte.

Die Mutter, Erna Lugebil, hatte einen so genannten Zwischenmeisterbetrieb, der einen Textilienbetrieb am Hausvogteiplatz belieferte. Der jüdische Besitzer hatte schließen müssen und die Folge war, dass auch Frau Lugebils Betrieb nicht mehr existieren konnte. Tochter Ingrid suchte sich aus diesem Grund im Jahr 1937 wieder Engagements in Berlin.

Es war für die gesamte Familie Lugebil selbstverständlich, dass sie den staatlich verordneten Rassismus nicht mitmachte und weiterhin zu ihren jüdischen Bekannten Verbindung hielt und sie nach Möglichkeit auch unterstützte.

Im Jahr 1943 fand die Polizei im Notizbuch eines Bekannten, der einer Widerstandsgruppe angehörte, den Namen der Mutter. Sie wurde daraufhin ebenfalls verhaftet. Erna Lugebil wurde zwar im Prozess im September 1944 freigesprochen, man hat sie aber anschließend dennoch in das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück eingewiesen. Erst Ende 1945 wurde sie durch die Truppen der Roten Armee befreit.

Mutter und Tochter sind erst nach dem Krieg wieder zusammen gekommen. Ingrid Rabe arbeitete noch bis zu ihrem 40. Lebensjahr als Tänzerin.

1948 brachte Ingrid Rabe eine Tochter zur Welt, war mit dem Vater des Kindes aber nur kurz verheiratet. Zusammen mit Mutter und Tochter bildete sie eine Drei-Generationen-Familie und bezog in den 70er Jahren ein Häuschen in Tempelhof. Das Zusammenleben mit der Mutter führte auch dazu, dass Ingrid Rabe sehr viele ehemalige Häftlingsfrauen aus Ravensbrück kennen lernte, mit denen sie auch nach dem Tod der Mutter im Jahr 1984 in Verbindung blieb. So war sie auch maßgeblich daran beteiligt, dass im Jahr 1993 die Lagergemeinschaft Ravensbrück und Freundeskreis e.V. gegründet wurde. Hier arbeitete sie auch mit Wolfgang Szepansky und seiner Frau Gerda zusammen.

Ihre Mutter, Erna Lugebil, war nie einer Partei beigetreten. War sie doch nicht nur von der KPD umworben worden. Sie wurde von den Häftlingen anerkannt, denn sie bleib auch in Ravensbrück eine gerechte und hilfsbereite Frau. Das Prinzip der Parteilosigkeit hat die Tochter übernommen. Sie wollte immer ihre eigene Meinung vertreten und nicht die einer Partei.

1984 engagierte sich Ingrid Rabe in der Bürgerinitiative „Sonne statt Blei“, die sich gegründet hatte, um gegen die Bleiverschmutzung, die die Firma Sonnenschein durch ihre Akkumulatorenproduktion verursacht hatte, anzukämpfen. In der Bürgerinitiative lernte sie Frauen kennen, die sie auf die Vorbereitungsgruppe des Tempelhofer Frauenmärzes aufmerksam machten. In diese Arbeit stieg Ingrid Rabe mit großem Engagement ein. Hier verschrieb sie sich vor allem der Frauenbewegung, die in den 80er Jahren neue Ausdrucksformen für sich entdeckte. Der Tempelhof- Schöneberger Frauenmärz ehrte sie zu seinem 20. Jubiläum nicht zuletzt für ihr frauenpolitisches Engagement.

Am 3. August 2005 bekam Ingrid Rabe von Klaus Wowereit das Bundesverdienstkreuz für ihr unermüdliches Engagement überreicht. Als Klaus Wowereit ihr sagte, dass der Bundespräsident ihr den Orden verliehen habe, sagte sie trocken, „Was, der kennt mich doch gar nicht…!“


Foto: Ingrid Rabe (Landesarchiv Berlin)

Sie wird uns fehlen.

Melanie Kühnemann

Die Beisetzung findet am 19. Juli 2012 um 11:00 Uhr auf dem Christus Friedhof in Mariendorf statt.

Aus www.Paperpress.org -Nr. 483, Juli 2012-

 

Vorbereitungen für die neue Sonderausstellung „Freigekauft – Wege aus DDR Haft“ in vollem Gang

Die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde informiert:

Berlin, 19. Juni 2012 – Die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde bereitet derzeit ihre neue große Sonderausstellung „Freigekauft – Wege aus DDR-Haft“ vor. Diese erste ausführliche Ausstellung zum Thema Freikauf wird am 7. August 2012 um 19.00 Uhr eröffnet. Im Zwiespalt zwischen humanitärer Aktion und Menschenhandel sind die Freikäufe politischer Häftlinge in der DDR durch die Bundesrepublik Deutschland bis heute umstritten. Die neue Sonderausstellung stellt Filminterviews mit freigekauften Häftlingen in den Mittelpunkt. Darüber hinaus veranschaulichen persönliche Lebenszeugnisse, Dokumente und Fotografien Erfahrungen und unterschiedliche Interessen der Beteiligten ebenso wie die politische Dimension des Freikaufs vor dem Hintergrund der deutschen Teilung und des Ost-West-Konflikts.


Die Aktionen zählen zu den geheimsten Kapiteln der deutsch-deutschen Geschichte: Von 1963 bis 1989 kaufte die Bundesregierung über 33.000 politische Häftlinge aus Gefängnissen der DDR frei – Menschen, die meist wegen Fluchtversuchen, Fluchthilfe oder Widerstandshandlungen vom SED-Regime verfolgt und inhaftiert worden waren. Im Gegenzug erhielt die DDR Warenlieferungen im Wert von über drei Milliarden DM.

Die Mitarbeiterinnen der Erinnerungsstätte haben eingehend recherchiert und zahlreiche Zeitzeugen interviewt. Anhand fünf exemplarischer Biografien von einst Freigekauften aus unterschiedlichen Jahrzehnten erzählt die Ausstellung von politischer Haft in der DDR, dem Ablauf des Freikaufs und den Bedingungen des Neuanfangs. Akteure von staatlicher und kirchlicher Seite erläutern den Besuchern die politische Dimension des Freikaufgeschäftes. „Die Suche nach Exponaten war nicht ganz einfach. Schließlich wurde der Freikauf weitestgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit vollzogen. Aber wir haben viele interessante Exponate von Zeitzeugen gefunden, die einen sehr persönlichen Blick auf dieses wichtige Kapitel deutsch-deutscher Zeitgeschichte werfen“, erläutert Lucia Halder, die Kuratorin der Ausstellung.

„Mit dieser Schau nehmen wir uns eines Themas an, das bisher noch nicht in einem Museum behandelt wurde, und schreiben damit Ausstellungsgeschichte. Wir möchten den Freikauf aus der Perspektive der Betroffenen eingehend beleuchten, ohne den politischen Aspekt zu vernachlässigen. Deshalb freuen wir uns, in unserer Ausstellung auch Interviews mit so kompetenten Freikauf-Experten wie Ludwig A. Rehlinger und Reymar von Wedel zeigen zu können“, ergänzt Bettina Effner, Leiterin der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde.

Die Ausstellung wird mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert.

 

Ching Chang Chong aka Charity Jam Spiel im Bundesinnenministerium

Am 30. März 2012 fand das verloren gegangene Ching Chang Chong Spiel von Markus Majowski, Frank Kessler und Jan Anders zwischen den Vertretern des Kinder- und Jugendparlament Tempelhof-Schöneberg (Yassin Houmann und Thimo Welk) und dem Berliner Politiker Karl-Georg Wellmann (CDU/CSU-Bundestagsfraktion) im Foyer der Philharmonie statt, das Herr Wellmann verloren hatte. Und nun hat Karl-Georg Wellmann seine Spielschuld eingelöst und die Vertreter des Kinder- und Jugendparlament des Bezirkes Tempelhof-Schöneberg (Yassin Houmann, Thimo Welk), des Deutschen Kinderhilfswerks e.V. (Michael Kruse) und des Teams der CCC aka Charity Jam 2012 (Frank Kessler, Jan Andres, Sandra Lemke, Jessica Köppe) zum Thema Kinderrechte am 13. Juni 2012 in das Bundesministerium des Inneren eingeladen.

Es bestand die Möglichkeit, mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Dr. Christoph Bergner ein kleines Spiel (Ching Chang Chong) zu spielen und gleichzeitig mit ihm in den Dialog zu treten. Das Gespräch war sehr erfolgreich und es konnten ihm einige Fragen zum Thema Kinderrechte ins Grundgesetz stellen. Die Runde mit Dr. Christoph Bergner wurde verloren und nun stehen die Vertreter des Kinderhilfswerks in der Bringschuld.

Im Anschluss an das Gespräch mit dem Staatssekretär bestand noch die Möglichkeit für ein kurzes aber sehr nettes Gespräch und ein kleines CCC Spiel mit dem Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich. Auch dieses Spiel wurde verloren und nun stehen die Beteiligten auch bei ihm in der Bringschuld, d.h. für den Bundesinnenminister wird eine Tätigkeit, die schon immer mal aufgeschoben wurde, erledigt.

Die Vertreter des Deutschen Kinderhilfswerks sind sehr stolz und dankbar, diese Chance bekommen zu haben und etwas in Bezug auf die Rechte für und mit Kindern anstoßen zu können. Sie hoffen, dass es noch weite Gelegenheiten geben wird, ein kleines Spiel mit einigen Politikern zu spielen und den Dialog weiter fortzusetzen zu können.

Quelle: www.paperpress.org – Nr. 482 M – 19.06.2012

 

Rocktreff 2012 und Spielfest im Volkspark Mariendorf - Impressionen

Berlin-Mariendorf, 15. bis 17. Juni 2012 Im Volkspark Mariendorf steppt wieder der Bär. Rockige Rhythmen ertönen und drei Tage ist Rockmusik vom Feinsten, ganz ohne Eintritt, zu hören. Die Veranstaltung des Jugendamtes Tempelhof-Schöneberg, der ROCK-INI TEMPELHOF der evangelischen Jugend Tempelhof und vom CPYE e.V. wird von vielen Institutionen und Unternehmen gesponsert. Nur so können die optimalen Bedingungen für ein großes Rockkonzert gewährleistet werden.


Aber ohne die intensive Unterstützung der vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer ging bei diesem Bezirks-Event gar nichts. Hier können junge Leute ihre Fähigkeiten und Kompetenzen mit viel Spaß und Energie ausprobieren.

Die Schirmherrin der Veranstaltung, die BVV-Vorsteherin von Tempelhof-Schöneberg Petra Dittmeyer (CDU), eröffnete mit den Rocktreff-Moderatoren Christian Körper und Andie Kraft die Veranstaltung: „Sommer, Sonne, Open Air! Für Sonne und schönes Wetter kann ich leider nicht garantieren, aber dieser Rocktreff stellt garantiert einen Höhepunkt im bezirklichen Kulturleben dar.“ Jugendamtspressesprecher Ed Koch begrüßte die vielen Ehrengäste aus Wirtschaft und Politik im Backstage-Bereich.

20 Bands, die ohne Gage spielen, lassen es im Jahr 2012 so richtig krachen. Das Rocktreff hat eine lange Tempelhofer Tradition. Am 15. September 1984 ging es in Mariendorf los; übrigens auch schon im Mariendorfer Fußballstadion. Der Grundgedanke der Veranstaltung ist seit damals immer noch der gleiche: Ein Open-Air-Festival für Amateurbands vor großem Publikum und freier Eintritt. Alle Beteiligten engagieren sich nach dem Gegenseitigkeitsprinzip.
Im Jahr 2012 waren am ersten Tag dann schon einige musikalische Highlights angetreten:


Die Gruppe „Black Mistake“ ist ein energiegeladenes Folk-Punk-Trio aus Berlin.


Es ist vollbracht..."Mustage": McMopete und Commander Flux hinter der Bühne
Die zwei Berliner Jungs von „Mustage“ bringen tanzbare Musik mit vielen verrückten Ideen zusammen: Wie gesagt, einfach nur verrückt gut!



„LTP“, das Urgestein Mariendorfer Rockmusik, bringt das Stadion in Wallung…auch wenn sie selbst dabei schon mal aus der Puste kommen.


„Analogue Birds“ kombinieren gekonnt und lustvoll das Didgeridoo, das Instrument der australischen Ureinwohner, mit rockigen Rhythmen am Keybord und Schlagzeug.



2012 war es am Freitag ein gelungener Start. Hunderte Besucher bevölkerten das Fußballfeld, saßen und tanzten ausgelassen vor der großen Bühne. Das Publikum ist sehr gemischt. Grau melierte Herren, reifere Dame, ausgelassene Jugendliche und tobende Kinder: Alle Generationen genießen diese herrliche Veranstaltung…zumal das Wetter (noch) gut war. Leider waren die Prognosen für die weiteren Tage nicht ganz so positiv….

Besonders die ganz kleinen Zuhörer sind mit wirkungsvollen Lärmschutzkopfhörern ausgestattet, damit sie auch noch lange Musik, auch ohne Hörgerät, hören können.


Zur Eröffnung des Spielfestes, das am Samstag und Sonntag stattfindet, wird als Veranstalter der Jugendstadtrat Oliver Schworck (SPD) die Besucher gemeinsam mit der Schirmherrin, der Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD), begrüßen.

Koordinator Ed Koch und Jugendstadtrat Oliver Schwock besuchen die Stände des Spielfestes.

Stadtrat Oliver Schworck weiß, wo der  Hammer hängt...am Stand des TSV Marienfelde 1890.
Dieses Jahr ist der Sponsor des Spielfestes „Möbel Kraft“, die im Bezirk ein großes Einrichtungshaus erbaut haben. Möbel Kraft hat werbetechnisch alle Hebel in Bewegung gesetzt, um dem Spielfest wieder neues Leben einzuhauchen. Die Angebote für die Kinder können sich in diesem Jahr wirklich sehen lassen.


...auch die Imker waren dabei...
Viele Vereine und freie Träger haben ihre Teilnahme zugesagt. Schön wäre noch, wenn auch Einrichtungen des Jugendamtes das Fest mit einigen Angeboten bereichern könnten. Aber 2013 wird es sicherlich eine Neuauflage des Rocktreffs und des Spielfestes im Bezirk Tempelhof-Schöneberg geben. Wir freuen uns auf eine Fortsetzung einer langen Tradition, die noch immer nicht in die Jahre gekommen ist!

Thomas Moser –BerLi-Press (auch Fotos)

http://www.rocktreff.de

Bericht in KiTS-Aktuell LINK

 

Kinder- und Jugendparlament Tempelhof-Schöneberg überreichte Spendendosen der Aktion „KINDERCENT“ an das Deutsche Kinderhilfswerk

Das Kinder- und Jugendparlament Tempelhof-Schöneberg überreichte am Mittwoch, dem 13.6.2012 im Rathaus Schöneberg Spendendosen der Aktion „KINDERCENT“ an das Deutschen Kinderhilfswerk. Bei dieser Aktion hatten die Mitglieder des Kinder- und Jugendparlaments Spenden für drei Jugendfreizeiteinrichtungen des Bezirkes gesammelt. Über den Erlös der Sammelaktion können sich die JFE Bungalow in Mariendorf, der LortzingClub in Lichtenrade und der PallasT in Schöneberg freuen. Die Übergabe durch die Kinder und Jugendlichen an das Deutsche Kinderhilfswerk erfolgte in Anwesenheit von Jugendstadtrat Oliver Schworck.

Foto:KJTS
„KINDERCENT bietet Kindern die Möglichkeit, sich offiziell und selbstbestimmt für etwas einzusetzen, das sie gut und wichtig finden, sei es für Kinder, für alte oder kranke Menschen oder die Umwelt. Durch die Auseinandersetzung mit ihrem Thema und durch die Überzeugungsarbeit, die sie leisten, um Erwachsene dafür zu gewinnen, eignen sich die Kinder wichtige soziale Kompetenzen an“, erklärt Michael Kruse, Regionale Koordination des Deutschen Kinderhilfswerkes.

„Das Engagement der Mädchen und Jungen aus dem Kinder- und Jugendparlament ist vorbildlich und das Ergebnis der Sammlungen beeindruckend. Die Kinder und Jugendlichen können stolz darauf sein, sich für andere eingesetzt und damit etwas Gutes bewirkt zu haben. KINDERCENT ist ein tolles Beispiel dafür, dass einiges bewirkt werden kann, wenn viele an einem Strang ziehen. Ich wünsche dem Kinder- und Jugendparlament und seinem Partner, dem Deutschen Kinderhilfswerk, weiterhin so erfolgreiche Projekte und vor allem weiterhin so viele Unterstützer“, betont Oliver Schworck, Jugendstadtrat von Tempelhof-Schöneberg.

Zugleich fand das letzte Plenum in diesem Schuljahr statt. In den Kleingruppen wurden einige Neuanträge erarbeitet und vom Plenum abgestimmt. Außerdem gab der Vorstand eine Rückschau auf das bisher erreichte und einen kleinen Ausblick auf die kommende Wahlperiode. Schließlich wurden vom Jugendstadtrat Oliver Schworck auch Zertifikate für die engagierte Arbeit der jungen Parlamentarier überreicht.

 

DOKTOR FAUSTUS LICHTERLOH

Poduziert in Zusammenarbeit von Neuköllner Oper und Schlesische27 mit dem zuhause e.V. sowie der JugendtheaterWerkstatt Spandau von Angelina Schüler, Nils Steinkrauss und Benjamin Stein ·  Gefördert durch den Projektfonds Kulturelle Bildung sowie durch die Kreuzberger Kinderstiftung:

DOKTOR FAUSTUS LICHTERLOH

von Gertrude Stein (1938) Mit: Niklas Korte, Ya-Hui Kuan, Leonore Liebich, Stephanie Richter, Rita Sanftenberg, Anna Schröder, Karin Gäbel, Angelina Schüler, Natascha Zimmermann

Die Sonne wird ermordet / Faustus erfindet das elektrische Licht / Marguerite Ida und Helena Annabel wird gestochen / "Mehr Musik!"schreit Medea / Ein Hund sagt dankschön / Lichter / ALLES IST ERHELLT: ABER NIEMAND IST ERLEUCHTET/ WAS IST ÖFFENTLICHER RAUM, WENN ALLES TRANSPARENT, ABER NICHT MEHR ZUGÄNGLICH IST?/ WAS FÜR EINE SPRACHE BRAUCHEN UTOPIEN?

Über die Entstehung des Projekts

Am 24. und 25. September 2011 trafen sich rund 80 Jugendliche und junge Erwachsene in der Schlesischen27 zur Projektschmiede, um gemeinsame Pläne für die Bespielung eigener Räume in Berlin zu entwickeln. In diesem Rahmen stellte der damals 19jährige Arthur Romanowski erstmals öffentlich sein Inszenierungsvorhaben zur Debatte, das bereits zuvor mit Benjamin Stein (Neuköllner Oper) abgestimmt wurde.

Im nächsten Schritt wurde berlinweit für Doktor Faustus lichterloh gecastet, der Text originalsprachlich gelesen und neu übersetzt, die Lage der Aufführungsrechte geklärt und das musikalische Potential der Vorlage geprüft.

Die ersten Probenwochen waren ausschließlich dem Austausch über den Text und der Entwicklung eines gemeinsamen Textverständnisses gewidmet, Probenzeiten wurden täglich überwiegend abends und ganztägig am Wochenende eingerichtet, weil das Ensemble - in unterschiedlichen Berufen stehend - nicht für reguläre regelmäßige Tagesproben verfügbar war.

Der Darstellercast ist nur teilweise schauspielerisch ausgebildet. Somit zählten auch edukative Elemente zur Inszenierungsarbeit.

Geprobt wurde an vier unterschiedlichen Orten. Dafür sei an dieser Stelle den Leitungen des Gemeinschaftshauses Gropiusstadt, der Schlesischen27, der JugendtheaterWerkstatt Spandau sowie dem zuhause e.V. gedankt.

Außerdem auf dem Festival "48 Stunden Neukölln": Sonntag 17. Juni um 16 Uhr (Ort: zuhause e.V. - öffentlich bei freiem Eintritt, Werbellinstr. 50)

+ Wiederaufnahme:

+ NEUKÖLLNER OPER, am 13. und am 14. September 2012, 19.30 Uhr

+ JugendTheaterWerkstatt Spandau, am 15. und am 16. September 2012, 19.30 Uhr

 

33 Jahre ufa-Fabrik im Herzen des Bezirks!

Die ufaFabrik am Teltowkanal gehört zur Allgemeinbildung. Es gibt kaum jemand, der nicht schon einmal von ihr gehört hat oder in den letzten 33 Jahren durch das immer offene Tor in der Viktoriastraße 10 gegangen ist. Die ufaFabrik ist, wenn auch geographisch nicht ganz genau, der Mittelpunkt des Bezirks. Am 9. Juni 1979 erweckten rund 40 junge Leute das ehemalige Kopierwerk der Ufa zu neuem Leben. Der Rest ist Geschichte. Für Sigrid Niemer, Rudolf Brünger und Josef Becher, der weltweit nur unter dem Namen Juppy bekannt ist, war dieser 9. Juni vor 33 Jahren, wie für viele andere der Kommune auch, der Beginn eines neuen Lebensabschnitts. Sie sind die ufaFabrik, die heute ein Unternehmensnetzwerk aus kulturellen und sozialen Projekten ist. 200 Arbeitsplätze bestehen auf dem rund 18.500 qm großen Areal. Die Angebote des Internationalen Kulturcentrums sind ebenso facettenreich wie die des Nachbarschafts- und Selbsthilfezentrums der ufaFabrik.

Die Spielstätten, Sommerbühne und Theatersaal, hatten nach 30 Jahren ein Facelifting dringend nötig. Mit Millionenaufwand aus Lotto- und anderen Mitteln wurden Sommerbühne und Theatersaal wunderschön erneuert. Der alte morbide Charme ist dabei ein wenig auf der Strecke geblieben, allein aber durch die neue Bestuhlung wird man, einschließlich Rücken und Gesäß, entschädigt. Vor dem Theatersaal befindet sich jetzt ein Foyer mit Blick auf die Sommerbühne, die auch wieder durch ein großes weißes Zeltdach geschützt ist. Am 6. Juni luden die ufa-Leute viele Freunde ein, um mit ihnen die renovierten und restaurierten Spielstätten in Besitz zu nehmen. Oliver Schworck überbrachte Geschäftsführer Rudolf Brünger die Grüße des Bezirksamtes.

Auch Sigrid Niemer (links), die gemeinsam mit Juppy den Vorstand leitet, und Renate Wilkening, die Geschäftsführerin des Nachbarschafts- und Selbsthilfezentrums der ufaFabrik (NUSZ), haben allen Grund, sich über das Ergebnis der dreijährigen Bauarbeiten zu freuen. Das NUSZ arbeitet in zahlreichen Projekten und Einrichtungen mit dem Jugendamt zusammen, wie beim Kinderbauernhof und mehreren Kindertagesstätten.

An diesem Wochenende wird natürlich der 33ste Geburtstag gefeiert. Nach 12 Jahren spielen am Freitag, dem 8. Juni 2012, ab 20 Uhr, Manuel Göttsching & ASHRA endlich wieder gemeinsam, und zwar live auf der Sommerbühne. Und am Samstag, dem 9. Juni, beginnt um 15 Uhr bei freiem Eintritt ein großes Fest auf dem ganzen Gelände. Alle Freunde, Nachbarn und natürlich die Kinder sind herzlich eingeladen zu einem abwechslungsreichen Nachmittag. Bleibt nur noch, schönes Wetter zu wünschen und weiterhin viel Erfolg dieser außergewöhnlichen Einrichtung im Herzen unseres Bezirks.

Text und Foto: Ed Koch – jats © aus KiTS aktuell Nr. 588 (Jugendamt Tempelhof-Schöneberg)

 
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