50 Jahre Stadtteilbibliothek Marienfelde: Transparenz verbindet

Das bungalowartige Gebäude liegt etwas zurückgesetzt an der Marienfelder Allee 107/109 an der Ecke Domagkstraße. Vor 50 Jahren galt es als äußerst modern. Für nur rund 600.000 DM wurde es in zentraler Marienfelder Lage errichtet.


Der moderne Flachbau mit verglaster Fensterfront und lichtdurchfluteten Räumen nahm die Bibliothek Marienfelde auf. Der eine Teil des Gebäudes hatte zwei Stockwerke. Im oberen Teil, und auch teilweise unten, zog eine Jugendfreizeiteinrichtung ein, dass damals noch üblicherweise „Jugendheim“ genannt wurde. Im August 2013 wurde das Jubiläum der Stadtteilbibliothek in einer kleinen Feierstunde begangen.

Die Leiterin der Einrichtung, Monika Wohlfram, empfing die Gäste und freute sich besonders über den Besuch von Bildungsstadträtin Jutta Kaddatz (CDU).

Die stellvertretende Bürgermeisterin von Tempelhof-Schöneberg ließ es sich nicht nehmen, eine kleine Festrede zu halten. Mitarbeiterinnen, Bibliotheksbesucher, ob groß oder auch ganz klein, waren dabei.


Die Kleinen freuten sich natürlich hauptsächlich auf den angekündigten Zauberkünstler Jan Gerken. Besonders wurden aus der Bezirkspolitik die stellvertretende Vorsteherin der Bezirksverordnetenversammlung, Martina Zander-Rade (Bündnis 90/Die Grünen), und der Bezirksverordnete Christian Zander (CDU) begrüßt.

Jutta Kaddatz betonte, dass die Bibliothek immer mehr war, als nur eine Stelle, bei der man Bücher und Medien ausleihen konnte: „Es war immer auch ein Ort der Begegnung, ein Treffpunkt, wo Bürgerinnen und Bürger aus Marienfelde sich aufhalten und kommunizieren konnten.“ Für diesen kleinen Ortsteil, im Süden des Bezirks, war die Bibliothek als Ort der Begegnung immer eine ganz wichtige Bildungseinrichtung.

Am 19. März 1959 wurde erstmals ein Antrag auf den Neubau einer Bibliothek für Marienfelde formuliert. Der berlinweite Aufbruch in Sachen Bibliothek ging 1954 von der Eröffnung der Amerika-Gedenkbibliothek aus. Vor dem Neubau in Marienfelde, der am 26. August 1963 eröffnet wurde, gab es am Rande des Ortsteils in Alt-Marienfelde 17, drei kleine Zimmerchen, in denen die Ortsteilbibliothek untergebracht war. Hier steht heute die Solling-Oberschule.

Als Reaktion auf die stark wachsende Bevölkerung in Marienfelde sollte ein kleines „Kulturzentrum“ entstehen, dass neben zwei Schulen und einer Kindertagestätte auch eine Bibliothek und eine Jugendfreizeiteinrichtung umfassen sollte. Zur Eröffnung auf nur 200 Quadratmeter startete man mit 7.500 Büchern. Nur 10 Stunden in der Woche war die Bibliothek geöffnet.

Heute gibt es insgesamt 21.714 Medieneinheiten, die von 8.617 Nutzern aktiv genutzt werden. Davon sind 16.419 Bücher, die vom Kinderbuch bis zum Sachbuch viele Themen abdecken.

Im Jahr 2001 zog sich das Jugendamt aus dem Erdgeschoss zurück und die Bibliothek konnte ihre Nutzfläche auf 457 Quadratmeter mehr als verdoppeln. Einige wichtige Änderungen wurden vorgenommen. Eine Trennwand wurde durchbrochen und es wurde ein gemeinsamer Eingang für Bibliothek und Jugendclub realisiert.

Jutta Kaddatz erläutert: „Keine Trennwand mehr, gemeinsamer Eingang, bald auch gemeinsame Öffnungszeiten und schließlich ein gemeinsamer Name für das Haus ´Medienhaus Marienfelde´. Das waren Signale, die zugleich auch für ein neues Miteinander der beiden Einrichtungen standen.“ Beiden Einrichtungen war bewusst, dass sie eine bildungspolitische Verantwortung wahrnahmen. Das Miteinander betraf die identische Zielgruppe. Die unterschiedlichsten Aufgabenstellungen, Methoden und Instrumentarien sollten sich gut ergänzen und aufeinander zugeschnitten werden. Die baulichen Veränderungen sollten auch der Startschuss für einen inhaltlichen Neubeginn sein. So schlossen die zwei Bildungseinrichtungen 2002 eine Kooperationsvereinbarung, die damals auch als „Modellprojekt“ für Berlin gefeiert wurde. Die Jugendfreizeiteinrichtung wurde am 1. Juli 2010 vom Nachbarschafts- und Selbsthilfezentrum der ufa-Fabrik „NUSZ“ übernommen.

Ein kleiner Neubeginn wurde auch jetzt wieder zum 50. Jubiläum gefeiert. Brandschutzmängel machten wieder bauliche Änderungen notwendig. Die Wand im Eingangsbereich musste jetzt aus Brandschutzgründen wieder neu hochgezogen werden. Die Architekten schafften es jedoch, dass mit viel Transparenz keine neue trennende Wand geschaffen wurde. Vielmehr entstand ein offenes gläsernes Verbindungsstück zwischen den beiden Einrichtungen. Als Zeichen dafür steht weiterhin der gemeinsame Eingang. Für die Jugendfreizeiteinrichtung im ersten Stock musste eine Nottreppe am hinteren Teil des Gebäudes angebaut werden. Die Räumlichkeiten der Stadtteilbibliothek wirken durch erneuerte Lichtkuppeln und große Fenster sehr offen und transparent.

Den erneuten inhaltlichen Neubeginn, mit dem neuen Träger der Jugendeinrichtung, sieht Jutta Kaddatz optimistisch: „Gemeinsame Wege zu beschreiten, ist nicht immer ganz einfach. Ich bin aber sicher, dass es gelingen wird. Unterschiedliche Aufgabenstellungen und Zielsetzungen sind wahrzunehmen und zu respektieren. Es wird gelingen, wenn das große Ziel vor Augen steht, das es bei Allem, was wir tun, immer darum gehen muss, das Bestmöglichste für die Bürgerinnen und Bürger in diesem Ortsteil zu erreichen.“

Die Bildungsstadträtin bedankte sich bei den Mitarbeitern der Einrichtung und stieß dann mit der Einrichtungsleiterin, Monika Wohlfram, auf das Jubiläum an.

Im hinteren Teil der Bibliothek fand die erste Sprechstunde des mobilen Bürgerbüros statt. Hier werden künftig regelmäßig die Dienstleistungen der Bürgerämter angeboten.

Zeitgleich wurde eine sehr vielfältige Ausstellung eröffnet, die noch bis zum 27. September betrachtet werden kann. Klaus M. Böttcher hat seine Ausstellung von Bildern und Gemälden den Titel: „Was Ihr und wie Ihr´s wollt!“ gegeben. Sicher ein Motto, das auch für diese Einrichtung in den nächsten Jahren stehen könnte. Die kleinen Gäste wurden von Jan Gerken, im Kinder- und Jugendbereich der Bibliothek, noch regelrecht mit „It´s magic!“ verzaubert.

Hier sind auch im normalen Betrieb alle Besucher herzlich willkommen! Kleine Lesebereiche laden zum Schmökern und Verweilen ein!

Thomas Moser (auch Fotos)

Öffnungszeiten:

Stadtteilbibliothek: Montag und Freitag 11 bis 17 Uhr, Dienstag und Donnerstag 13 bis 19 Uhr, Mittwoch geschlossen.

Mobiles Bürgerbüro, alle 14 Tage dienstags, nach telefonischer Vereinbarung (Behördentelefon-Nr.: 115)

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