Erinnerung braucht einen Ort!

... oder: Wer ist Friedrich Küter?

Zwei Tage nach dem Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus traf sich am 29. Januar 2017 eine größere Gruppe von jungen und älteren Menschen in Mariendorf, um gemeinsam den Gedenktag zu begehen. Das Datum erinnert an die Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau im Jahr 1945 durch die Rote Armee.

Eingeladen hatte, wie jedes Jahr, die SPD-Bundestagsabgeordnete Mechthild Rawert diesmal in das Jugendfreizeithaus Bungalow, das sich in unmittelbarer Nähe vom Volkspark Mariendorf befindet.

Im Mittelpunkt standen diesmal die verschiedensten Projekte von Jugendlichen aus Mariendorf und die Ehrung des verfolgten Mariendorfer Kommunalpolitikers Friedrich Küter.

Ganz konkret Erinnerungsarbeit von Kinder und Jugendlichen: Zeitzeugen sind wir Alle


Mechthild Rawert

Frank Baczynski
Mechthild Rawert und der Einrichtungsleiter Frank Baczynski begrüßten die Gäste und die vielen aktiven Menschen, die sich bei der Vorbereitung des Tages eingebracht haben. Für Rawert ist es wichtig, dass Erinnerung einen Ort bekommt. Dieser Ort ist diesmal Mariendorf. Hier beschäftigen sich Jugendliche vom Club der Mariendorfer (CdM 42), ein Zusammenschluss von Kids der evangelischen Jugend, der Kinder- und Jugendeinrichtung KiJuM und dem Jugendfreizeithaus Bungalow, nicht nur mit der Organisation von Feten, sondern schon seit Jahren intensiv mit der NS-Vergangenheit und haben sich auf Spurensuche begeben.


Die Jugendlichen informierten über eine mehrtägige Projektfahrt zum Frauen-KZ Ravensbrück und dem Treffen mit einer korsischen Schulklasse, sowie dem Besuch des ehemaligen Nazi-Seebades (NS-Gemeinschaft Kraft durch Freude-Kdf) Prora auf Rügen. Sie besuchten auch das Berliner Dokumentationszentrum „Topographie des Terrors“ und das Stelen-Denkmal für die ermordeten Juden Europas (sogenannte Holocaust-Mahnmal) am Brandenburger Tor. Ihre ganzen Eindrücke präsentierten sie bereits kürzlich in einer Ausstellung im Abgeordnetenhaus.



Für das Engagement im Zusammenhang mit dieser Ausstellung zum Thema Gewalt und Ausgrenzung am Jugendforum „denk!mal ’17 - erinnern & gestalten“ erhielten die Jugendliche als Dank und Anerkennung Urkunden überreicht. Petra Steinborn vom KiJuM überreichte die Urkunden.


Auch konnte man auf den Stelltafeln im Jugendfreizeithaus die Ergebnisse der Forschungen der Jugendlichen nachlesen.


Auf einem meterlangen aufgemalten Deportationszug konnten die vielen menschenverachtenden Maßnahmen der Nazis in einer Zeitfolge beeindruckend nachvollzogen werden. Die Kinder- und Jugendlichen haben beeindruckend die antifaschistische Erinnerungsarbeit präsentiert.


Mechthild Rawert sagte: „Zeitzeugen sind wir Alle!“ Damit will sie zum Ausdruck bringen, dass auch in der jetzigen Zeit, wo nur noch wenige Verfolgte der Nazidiktatur leben, wir aufgefordert sind, die Erinnerung aufrecht zu erhalten. Dabei findet die Bundestagsabgeordnete jegliche Beschäftigung von Kinder und Jugendlichen mit diesen Themen wichtig: „Politisches Engagement hat viele Gesichter, nicht nur in einer Partei!“



Musikalisch umrahmt wurde das Programm von der Grup Canlar unter Leitung von Hüseyin Yoldaş, die armenische, griechische und hebräische Lieder vortrugen.

Volkspark-Kämpfer und Nazi-Opfer Friedrich Küter

Im zweiten Teil der Veranstaltung ging es um das Gedenken an den sozialdemokratischen Stadtrat Friedrich Küter, dem Mariendorf seinen Volkspark verdankt. Mechthild Rawert erinnerte an den Kommunalpolitiker. Friedrich Küter wurde am 19. Mai 1879 geboren, trat mit 21 Jahren 1900 in die Sozialdemokratische Partei Deutschland ein, wechselte zur USPD, bevor er dann später wieder in die SPD eintrat. Bereits 1910 war er Gemeindevorsteher in Mariendorf und wurde in die erste Bezirksverordnetenversammlung von Berlin-Tempelhof gewählt. Im November 1920 wurde Küter in freier und demokratischer Wahl zum ersten Bezirksverordneten-Vorsteher von Tempelhof gewählt.


Als unbesoldeter Stadtrat war er bis 1925 Tempelhofer Stadtrat für Bauwesen und Gartenbau. Und in dieser Funktion forcierte er leidenschaftlich und unermüdlich die Parkplanungen zum Bau vom Volkspark Mariendorf. Die erforderlichen Mittel für den Volks- und Sportpark stellte dann der Berliner Magistrat zur Verfügung. Im Juni 1931 wurde der Park mit seinen Wasserflächen, Rosen- und Staudengarten, Rodelberg und Sportflächen eingeweiht und „der jubelnden Öffentlichkeit übergeben.“ Zwei Jahre später, im Jahr 1933, traf Küter das Schicksal vieler seiner Parteigenossen. Offiziell wurde er, auch von seinem normalen Arbeitsplatz im Bezirksamt Kreuzberg, beurlaubt. Der Staatskommissar setzte einen Nationalsozialisten als seinen Stadtrat-Nachfolger ein. Im April 1944 wurde Küter verhaftet und musste seinen 65. Geburtstag im Polizeipräsidium Alexanderplatz verbringen. Kaum freigelassen, wurde er durch eine Denunziation in das KZ Sachsenhausen ohne Angabe von Gründen verschleppt und ohne Verfahren in „Schutzhaft“ genommen. Anfang 1945 wurde das KZ Sachsenhausen aufgelöst und die Nazis schickten die Gefangenen auf Todesmärsche und deportierten in das KZ Bergen-Belsen. Dort verliert sich die Spur von Friedrich Küter. Das offizielle Todesdatum wird auf den 31. Januar 1945 festgesetzt. Ein Gedenkstein am Eckernphuhl im Mariendorfer Volkspark erinnert noch heute an den Stadtrat. Auch erinnert die Küterstraße, seitlich vom Mariendorfer Eckner-Gymnasium, an den engagierten Lokalpolitiker. In der Mariendorfer Strelitzstraße gibt es auch das Friedrich-Küter-Haus, wo heute Teile des Jugendamtes untergebracht sind.

Bei den geschichtlichen Erforschungen stand den Jugendlichen auch der Mariendorfer Heimatforscher Hans Ulrich Schulz hilfreich zur Seite. Gudrun Blankenburg lass aus einem Brief von Küters Tochter vor: „Mein Vater ist mutig gestorben!“








Abschließend ging die Gruppe zum letzten Wohnort von Friedrich Küter nach Alt-Mariendorf 53. Hier gibt es auch eine Gedenktafel. In Gedenken an Küter gab es eine Schweigeminute und Blumen wurden niedergelegt. Für die Anwesenden war die Teilnahme ein wichtiges Zeichen, um auch heute noch deutlich zu machen, dass „die Würde des Menschen unantastbar ist.“

Zum Ausklang der Veranstaltung gab es im Jugendfreihaus noch die Möglichkeit, sich die Gedanken bei Kaffee und Kuchen auszutauschen. Eine wichtige Veranstaltung, denn „Erinnerung braucht einen Ort!“

Thomas Moser (auch alle Fotos)

http://jfhbungalow.de


Der Dank galt auch der Mechthild-Rawert-Crew für die gute Vorbereitung!

 

Schulmäuse-Projekt in Marienfelder Kita

Startschuss für Schlaumäuse-Projekt / Kita erhält kostenlos Software und Tablet von Microsoft

Die Zahl der Berliner Kinder mit Sprachproblemen wächst. Nach einer Studie der Barmer GEK stieg der Anteil der Kinder mit Störungen der Sprachentwicklung in den vergangenen vier Jahren in Berlin von etwa zehn auf rund zwölf Prozent.

Mit der Sprachlernsoftware „Schlaumäuse“ von Microsoft soll die Sprachkompetenz von Kindern in Kitas und Schulen verbessert werden. An der Kita „Vom guten Hirten“ in Berlin-Marienfelde gab der Tempelhof-Schöneberger Bundestagsabgeordnete Dr. Jan-Marco Luczak heute gemeinsam mit Kita-Leiterin Sonja Zipper den Startschuss für das Projekt. Die Kita erhält kostenlos die Sprachlernsoftware sowie ein Tablet. Die Fünfjährigen der Kita-Gruppe „Käfer“ stürzten sich gleich eifrig auf das Lernprogramm.


Die fünfjährigen Kinder Lorencia, Iolanda und Tobias (v.l.n.r.) entdecken gemeinsam mit dem Berliner Bundestagsabgeordneten Dr. Jan-Marco Luczak das neue Sprachlernprogramm (Foto: Christian Schulze)

Mit dem Programm können Kinder im Alter von fünf bis sieben Jahren spielerisch ihren Wortschatz erweitern und die Welt der Sprache entdecken. Eine einfache Bedienung sowie die stete Begleitung durch die beiden Protagonisten Lingo und Lette machen es den Kindern leicht, Worte und Sätze zu lernen.

„Wer Zusammenhänge versteht und sich gut ausdrücken kann, lernt viel schneller und wird in der Schule mehr Erfolg haben. Die Kita ‚Vom Guten Hirten‘ trägt mit dem Angebot dazu bei, dass die Kinder gut vorbereitet ins Leben starten. Klar ist aber: Es ist in erster Linie Aufgabe der Eltern, die Entwicklung ihrer Kindern zu fördern – Kita und Schule können hier nur ergänzen“, so Luczak.

„Das Projekt ist nicht nur wichtig für die Sprachentwicklung von Kindern mit Migrationshintergrund, sondern davon profitieren alle Kleinen bei uns in der Kita“, so Kita-Leiterin Sonja Zipper.

„Ich finde besonders gelungen, dass die grundlegende Kulturtechnik Sprache hier mithilfe moderner Technik vermittelt wird. Ich kann andere Kitas nur aufrufen, sich ebenfalls an dem Projekt zu beteiligen“, so Luczak. 

Hintergrund:

Gemeinsam mit prominenten Botschaftern unterstützt Microsoft die Sprachförderung und besucht zahlreiche Bildungseinrichtungen in Deutschland. Die Erzieher in den Einrichtungen, die während der Tour besucht werden, erhalten auch eine medienpädagogische Schulung zum Einsatz der Schlaumäuse App im Rahmen der frühkindlichen Sprachförderung.

Aus Gründen der Barrierefreiheit wird dieser Bericht nicht als Blocksatz abgebildet!



 

Schon seit 35 Jahren: Berliner Stadtbahn in Marienfelder Schule


In der Marienfelder Gustav-Heinemann-Oberschule können am 4. Februar Besucherinnen und Besucher eine große interessante Modellbahnanlage mit Berlin-Bezug bewundern. Diesmal kann die komplette Anlage angeschaut werden.


Die Berliner S-Bahn und auch die Fernbahn sind mit ihren Bahnhöfen Zoologischer Garten, Alexanderplatz und Savignyplatz auf der großen Modulanlage der Schüler-Arbeitsgemeinschaft der Gustav-Heinemann-Oberschule (www.modellbahn-gho.de) im Miniaturformat (H0) zu sehen.

Teile der Anlage konnten die Besucher in den vergangenen Jahren bei den Modellbahn-Ausstellungen im Freizeit- und Erholungszentrum Wuhlheide und bei den historischen Ausstellungen der TRIX EXPRESS Freunde Berlin schon bestaunen.


Wer am Samstag, dem 4. Februar 2017, in die Gustav-Heinemann-Oberschule, Waldsassener Straße 62, 12279 Berlin kommt, kann dort die komplette Modellbahn-Anlage Berliner Stadtbahn mit insgesamt über 50 Module sehen. Es findet ein S-Bahn-Betrieb mit sieben Bahnhöfen und einem Betriebswerk statt. Auf den parallelen Fernbahngleisen verkehren gleichzeitig Regional- und Fernzüge. Die ständig wachsende Anlage erreicht 2017 das 35. Jahr ihres Bestehens.

Es werden außerdem weitere Anlagen zu besichtigen sein. Vertreten sind u.a. auch die TRIX EXPRESS Freunde Berlin.

Öffnungszeit: 4. Februar 2017, 10-18 Uhr – Eintritt: 3,00 €, Kinder 1,50 €

Anfahrt: Haltestelle Waldsassener Straße (Endstelle) mit den Bus-Linien M77 und M82

Fotos Thomas Moser

 

21.1.: Infoveranstaltung vom Leonardo da Vinci Gymnasium

Wichtige Informationen für Eltern von Grundschülern

Für Eltern von Grundschülern, die für ihre Kinder ab Sommer 2017 ein Gymnasium suchen, bietet das Leonardo da Vinci Gymnasium, in der Nähe von Lichtenrade, folgende Informationsveranstaltung an:

21.01.2017, 11:00 bis 14:00 Uhr: Tag der offenen Tür

Außerdem bietet die Schule folgende Flyer mit vielen detaillierten Informationen an:

In diesem Flyer finden Sie Informationen zu folgenden Themen:

  • Was wollen wir erreichen?
  • 7. bis 10. Klasse
  • Oberstufe
  • Was bieten wir noch?
  • Engagement
  • Schulgebäude und Neubau

Die mathematisch- naturwisssenschaftlich profilierte Klasse

In diesem Flyer finden Sie Informationen zu folgenden Themen:

  • Warum wird die Mathe-Nawi-Klasse besonders gerne gewählt?
  • Informationen zum Unterrichtsinhalt

Chinesisch als zweite Fremdsprache

In diesem Flyer finden Sie Informationen zu folgenden Themen:

  • Was spricht für Chinsesisch als zweite Fremdsprache?

Leonardo-da-Vinci-Gymnasium
Haewererweg 35, 12349 Berlin

Infos zur Veranstaltung: http://www.leonardo-da-vinci-gymnasium.de/wordpress/?p=6644

Die Website der Schule: www.leonardo-da-vinci-gymnasium.de


Bahnhofstraße in Lichtenrade / Dezember 2016: Der Schulleiter Hans Steinke schmückte mit Schülern den Baum mit sehr individuellen Linolschnitten. Die Schule fühlt sich mit Lichtenrade sehr verbunden, weil auch viele Lichtenrader Schülerinnen und Schüler diese Schule besuchen (Foto Thomas Moser).

 

Informationsveranstaltungen für Profilklassen: Die Gustav-Heinemann-Oberschule in Marienfelde informiert!

Begabungsorientierte Schüleraufnahme an der Gustav-Heinemann-Oberschule in verschiedenen Interessenprofilen für das Schuljahr 2017/18


Die Gustav-Heinemann-Oberschule orientiert sich an den Begabungen und Talenten der Schülerinnen und Schüler und nimmt zum nächsten Schuljahr für die 7. Klassen über fachbezogene Aufnahmetests sowie für die Klassen ohne Profil über die Förderprognose auf.

In den drei Profilklassen Englisch bilingual, Musik (Bläserklasse) und Mathematik/ Informatik erhalten die Schülerinnen und Schüler in diesen Profilfächern jeweils zwei Stunden zusätzlichen Unterricht. Da die Klassenzusammensetzungen somit auch Interessengemeinschaften darstellen, wirkt sich dies sehr positiv auf das Klassenklima aus.

Einzigartig in Berlin nimmt die Gustav-Heinemann-Oberschule auch wieder eine 5. Klasse auf, in der alle Schülerinnen und Schüler als 2. Fremdsprache Japanisch lernen.

Über die einzelnen Profile (Inhalte, Aufnahmeverfahren) informiert die Gustav-Heinemann-Oberschule alle interessierten Eltern, Schülerinnen und Schüler bei den folgenden Informationsabenden:

Spezielle Informationsveranstaltungen für die neuen Profilklassen der Gustav-Heinemann-Oberschule, die ab September 2017 beginnen:

Bilingualer Zug ab Klasse 7:                                 Mittwoch, 11. Januar 2017

Musikbetonter Zug ab Klasse 7:                           Donnerstag, 12. Januar 2017

Mathematik-Informatik-Zug ab Klasse 7:             Montag, 16. Januar 2017

Japanisch ab Klasse 5:                                         Dienstag, 17. Januar 2017

(jeweils um 19.00 Uhr im Haus A, Raum 60/61)

Gustav-Heinemann-Oberschule, Waldsassener Str. 62, 12279 Berlin

Tel.: 030/90277-4132, Fax: 030/90277-4133

Homepage: www.ghoberlin.de

E-Mail: sekretariat@ghoberlin.de

 
Über mich
Hier wird über die Nachbarn von Berlin-Lichtenrade berichtet und informiert
Mehr über mich
21Publish - Cooperative Publishing